Artikel-Inhalt von Lockdown-Geschichten: Alain und Stephanie (2/3)

Hier gehts zum Teil 1

Der Weg aus dem Lockdown in die Normalität in Neuseeland, letzte Tage in der Luxuslodge und erste Schwünge im Schnee

Als wir am 27. April in Neuseeland zum sogenannten Level 3 herunter kamen, durften auch die anderen Angestellten wieder das Grundstück betreten – bis dahin waren wir ja als «Hüter» der Lodge alleine. Wir konnten so viele Arbeiten im Garten schneller erledigen: Beispielsweise pflanzten wir 500 Lavendel-Setzlinge entlang der Lodge-Auffahrt, jäteten Unkraut oder mähten den Rasen.

Nach und nach entspannte sich die Situation. Am 13. Mai kam dann Level 2 und wir konnten endlich das Restaurant wieder öffnen und Gäste empfangen. Zwar noch mit Regeln wie Mindestabstand zwischen den Tischen, einer Servicefachkraft pro Tisch, etc. – aber es kam langsam wieder Leben in die Lodge! Da die Restaurant-Managerin Mitte April gekündigt hatte, bot sich für Stephanie eine neue Möglichkeit nach ihrem Job im Weinkeller.

Seit dem 8. Juni sind wir nun auf Level 1. Das heisst, es gab seit 30 Tagen keine aktiven Fälle und keine Neuansteckungen von Covid-19 mehr in Neuseeland. Der Flugverkehr wurde langsam wieder hochgefahren, aber nur um die verbliebenen Kiwi`s auf der Welt zurück zu holen und die restlichen Touristen auszufliegen. Für uns in der Lodge bedeutete es, dass wir keine weiteren gesetzlichen Regulierungen mehr zu berücksichtigen hatten. Schon fast «back to normal»! Doch ohne internationale Touristen, welche bisher unsere Hauptzielgruppe waren, blieb es ruhig.

Die neuseeländische Regierung bezahlte jedem Arbeitnehmer einen Lohn von 24 Stunden pro Woche. Es ist eine Art Kurzarbeit, wo jeder Angestellte denselben Lohn bekommt. Dann liegt es am Arbeitgeber, ob er seinen Angestellten mehr Stunden bieten kann und somit mehr Lohn ausbezahlt wird. Unser Head Office fand jedoch, die 24 Stunden pro Woche seien genug. Die Lodge und das Restaurant waren deshalb nur von Freitag bis Sonntag geöffnet.

Für uns hiess das: Wir haben die Lodge von Sonntagnachmittag bis am Freitagmorgen für uns alleine. Und wir haben die Zeit genossen: Im Innenhof steht ein wunderschöner offener Kamin den wir gelegentlich anfeuerten und die Abende dort genossen.

Doch Anfang August ging es für uns dann endlich weiter, wir haben unsere Jobs in der Lodge gekündigt und kauften uns ein Auto mit 4×4, damit wir die südlich gelegenen Skigebiete besser erreichen können.

Nach einer atemberaubenden Fahrt entlang der Westküste, erreichten wir unser erstes Ziel: Queenstown. Es ist eine blühende Kleinstadt, direkt am Lake Wakatipu inmitten der Southern Alps. Die drei grossen Skigebiete Cadrona, Coronet Peak und Remarkable standen ganz oben auf der Liste. Doch das Schicksal meinte es nicht gut mit uns. Einen Tag vor Alains Geburtstag am 11. August, registrierte Neuseeland vier neue Fälle von Covid 19. Die Hauptstadt Auckland wurde in den Lockdown versetzt und ab 12. August um 12 Uhr mittags ganz Neuseeland auf Level 2 hochgestuft (Social Distancing). Da dies niemand kommen sah, blieben die Skigebiete am 12. August alle geschlossen, um sich mit der neuen Situation und den damit einhergehenden Bestimmungen auseinander zu setzen.

Glücklicherweise öffneten alle tags darauf wieder, aber zum Teil mit ganz komischen Regeln. Zum Beispiel mit nur 2 Personen auf einem 6er-Sessel oder Tischservice im normalen Selfservice Restaurant =)

Nichts desto trotz hatten wir ein paar tolle Tage auf den Pisten – diese sind jedoch überhaupt nicht mit unserem Skigebiet in Zermatt zu vergleichen!

Vom Inland ging es dann an die Ostküste zum «Penguin watching» in Oamaru. Wir hatten das Glück ca. 220 blaue Zwergpinguine zu beobachten, die aus dem Wasser zu ihren Brutplätzen gewatschelt sind. Von Oamaru fuhren wir noch weiter in Richtung Süden, über Dunedin nach Milford Sound in die Fjordlands, zum Tauchen. Da Neuseeland keine Internationalen Touristen mehr ins Land lässt und das Überangebot an Attraktionen nicht von den 4,4 Millionen Einwohner Neuseelands abgedeckt werden kann, schränken viele ihr Angebot auf beispielsweise 2 Tage in der Woche ein und bieten es dann zum halben Preis an. Somit können wir die tollen Erlebnisse zu vergünstigten Preisen geniessen. Von den überwältigenden Fjorden und Gletschern fuhren wir wieder zurück nach Queenstown, ins Landesinnere, wo wir gut eine Woche zum Skifahren nutzen.

Da mein Visum leider Ende September ausläuft und das weiterreisen extrem schwierig ist, haben wir uns – schweren Herzens – entschieden unseren Heimflug am 18. September 2020 anzutreten. Wie wir die letzten Tage in Neuseeland verbracht haben und wie wir die Rückreise um die halbe Welt erleben durften, schildern wir euch im nächsten Matterhornstar.

Die Wintersaison werden wir dann Hannelore und André tatkräftig unter die Arme greifen. Stephi an der Reception und ich wieder im Marketing und als Springer für alles =)

Wir freuen uns schon riesig Euch von unseren spannenden und eindrucksvollen Geschichten unserer mehr als 570 Reisetagen zu berichten!

Seid ihr neugierig auf mehr geworden? Dann bucht noch jetzt Eure Winterferien bei uns im Ambiance ;)

Bis Bald
Alain und Stephanie